Reisebericht Rundreise Marokko – Rabat

Rundreise Marokko Rabat

Heute geht es für euch endlich weiter mit meinem Reisebericht zu unserer Rundreise Marokko. Ich hatte es zuletzt einfach nicht geschafft. Aber da das ja auch nicht ewig warten kann: Jetzt ist es soweit.

Am zweiten Tag unserer Rundreise durch Marokko ging es für uns mit dem Zug von Casablanca nach Rabat. Eine recht entspannte Reise. Die Züge in Marokko sind genauso komfortabel, wie unsere deutsche Bahn und eine Reise mit der Bahn ist daher echt empfehlenswert. In Rabat angekommen, hatten wir es nicht weit. Unser Hotel lag nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Das Hotel Balima ist ein etwas in die Jahre gekommenes 3-Sterne-Hotel mit zentraler Lage im Ville Nouvelle von Rabat. Unser Zimmer und der Aufenthalt dort waren einwandfrei und wir fühlten uns dort sehr wohl. Allerdings habe ich im Nachhinein auch einige negative Stimmen auf Tripadvisor gelesen. Diese kann ich nicht bestätigen. Es ist ein relativ günstiges Budet-Hotel und war für den Preis auch angemessen. Insgesamt verbrachten wir 2 Tage und 2 Nächte in Rabat.

Über Rabat – Das Stadtbild

Rabat ist seit 1956 marokkanische Hauptstadt und Regierungssitz des Königreichs Marokko. Zuvor war es aber auch bereits seit 1912 die Hauptstadt der französischen Protektoratszone. Sie liegt am linken Ufer des Flusses Bou Regreg, der dort in den Atlantik mündet. Direkt gegenüber liegt die Schwesterstadt Salé.

Neben der arabischen Tradition wird das Stadtbild von Rabat auch durch seine Funktion als politisches Zentrum von Marokko bestimmt. Weiträumig angelegte, moderne Plätze und Straßen prägen die Stadt ebenso wie die kleinen Gassen in der Medina. In Rabat treffen Moderne und Tradition zusammen und als eine der vier Königsstädte hat Rabat natürlich einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten:

Tour Hassan (Hassanturm) und Mausoleum Mohammed V

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Von vielen Orten Rabats weithin sichtbar erhebt sich der Tour Hassan über der Stadt. Der Turm ist das unvollendete Minarett einer Moschee. Der Bau dieser wurde 1191 von Sultan Abou Youssouf Yakoub el Mansour beauftragt und sollte eine der größten Moscheen der Welt werden. Nach dem Tod des Sultans wurde der Bau der riesigen Moschee aus finanziellen Gründen wieder aufgegeben. So zeichnet sich der Platz heute durch die Säulen der nie vollendeten Moschee, sowie durch das unvollendete Minarett, den Tour Hassan, aus.

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Am südlichen Rand des Geländes gegenüber dem Tour Hassan findet man außerdem auch das Mausoleum von Mohammed V., das als eines der schönsten Bauwerke islamischer Architektur der jüngeren Zeit gilt. Erbaut wurde es zwischen 1961 und 1967. Der Platz und seine Bauwerke sind auf jeden Fall sehenswert und der Besuch eine echte Empfehlung.

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Der Aufstieg zum Turm und dem Mausoleum wird außerdem durch einen wunderbaren Ausblick auf den Bou Regreg, sowie die Schwesterstadt Salé belohnt:

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Entlang des Bou Regreg

Nach einem Besuch des Tour Hassan bietet es sich an entlang des Bou Regreg zu spazieren. Dort kann man die Fischer beobachten und das schöne Wetter genießen. Falls Hunger aufkommt kann man dort außerdem wunderbar in einem der kleinen Cafés entlang des Flusses zur Ruhe kommen und einen echt marokkanischen Minztee genießen. Der Fluss bietet dafür eine traumhafte Kulisse.

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Kasbah des Oudaias

Wirklich sehenswert in Rabat ist die Kasbah des Oudaias, die nach einem arabischen Nomadenstamm benannt wurde, welche unter Sultan Moulay Ismail als Stammtruppe für Spezialaufgaben eingesetzt wurde. Besonders beeindruckend ist das Haupttor, Bab el Kebir, das einen der wenigen Eingänge in die Kasbah jenseits der mächtigen Festungsmauern darstellt. In der Kasbah fühlt man sich durch die weiß-blau gehaltenen Häuser sehr mediterran und ich persönlich fühlte mich sehr an Griechenland erinnert. Ein kleine Stadt in der Stadt.

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Wirklich sehenswert ist außerdem der andalusische Garten. Eine kleine Oase innerhalb der Mauern der Kasbah:

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Folgt man von den Gärten der Hauptstraße „Rue Jamaa“ gelangt man schließlich auf eine große Terrasse. Von dort erhaltet ihr einen wunderbaren Ausblick auf den Atlantik, die Mündung des Bou Regreg und auf Salé. Absolut großartig!

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Blick auf den Strand von Rabat

Hinweis: Vorsicht vor Betrügern!
In der Kasbah (und allgemein leider an vielen touristischen Orten in Marokko) ist Vorsicht geboten. Häufig versuchen sich Einheimische als Touristenführer aufzudrängen und verlangen horrende Preise für die Führung. Lasst euch von diesen vermeintlich netten Menschen nicht bequatschen. In der Regel werdet ihr dabei abgezockt. Solltet ihr eine richtige Führung buchen wollen, erkundet euch zuvor im Hotel oder bucht einen Guide im Touristenbüro. Damit seid ihr auf der sicheren Seite.

Entlang der Atlantikküste

Verlasst ihr die Kasbah über den Place de la Kasbah kommt ihr über die nach Nordwesten verlaufende Straße am muslimischen Friedhof vorbei. Ich persönlich fand den Blick über die Gräber auf den Atlantik atemberaubend und sehr bewegend.

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An der Küste angelangt, findet ihr auf der einen Seite feinen Sandstrand, sowie auf der anderen Seite entlang der etwas felsigeren Küste zum Leuchtturm. Ein Spaziergang entlang der Küste ist nicht nur entspannt, sondern auch wunderschön.

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Salé – die moderne (und ruhigere) Schwesterstadt

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Neben Rabat selbst, haben wir auch der noch etwas moderneren Schwesterstadt einen Besuch abgestattet. Sehenswert ist dort vor allem auch die alte Medina und der etwas weniger Touristische Markt dort.

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Vor den Mauern der Medina von Salé

Nekropole Chellah – Ruinen aus alten Zeiten

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Die Chellah-Nekropole liegt etwas außerhalb der Stadt, ca. 400m vor dem Bab des Zaer. Die Gräberanlage entwickelte sich in der Nähe einer heiligen Quelle, in deren Nähe sich seit Mitte des 13. Jahrhunderts viele fromme Muslime begraben ließen. Unter Sultan Abou Said Othman (14. Jahrhundert) wurden dann die hohen Befestigungsmauern und das mächtige Eingangstor erbaut, die heute die Nekropole prägen.

Innerhalb der Nekropole befinden sich mehrere Moscheen, doch nur wenige sind noch vollständig erhalten.

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Hinter der kleinen Moschee des Youssouf Yakoub findet man das Grab von Abou el Hassan, das schon von Weitem durch das Minarett mit Storchennestern erkennbar ist.

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Nördlich davon befinden sich außerdem die Ruinen der stark zerstörten Zaouia. Dort gliedern sich um einen Innenhof mehrer Räume, die früher für Ordensbrüder und Wallfahrer vorgesehen waren.

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Palastviertel – Zu Besuch beim König

Besonders sehenswert ist außerdem das Palastviertel von Rabat. Den Hauptzugang, das Bab Soufara, findet ihr an der Avenue Moulay Hassan. Absolut beeindruckend ist der riesige Versammlungsplatz, Mechouar, die Moschee Ahl Fas und natürlich der Palast des Königs. Dieser ist, wie alle Königspaläste in Marokko, leider nicht zu besichtigen. Und man darf nicht einmal näher an den Palast heran, wie wir es beim Schießen dieses Fotos waren. Näher dürfen Touristen nicht an den König und seinen Wohnsitz.

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Um in das Palastviertel eintreten zu dürfen, müsst ihr außerdem auf jeden Fall euren Reisepass dabei haben. Dieser wird beim Eintritt noch einmal kontrolliert. Touristen ist es außerdem nicht gestattet sich dort frei zu bewegen und man muss mit einem Guide über das Gelände spazieren.

Außerdem auch sehenswert: Medina und Ville Nouvelle

Außerdem natürlich auch sehr sehenswert ist die alte Medina mit ihren verwinkelten Gassen und vielen kleinen Marktständen. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Medinas der anderen Königsstädte als etwas schöner und weniger touristisch empfunden habe. Besuchen sollte man die Medina von Rabat aber dennoch auf jeden Fall!

Ebenso sehenswert und wirklich schön ist das Ville Nouvelle (Neustadt), welches vor allem durch die Avenue Mohammed V. geprägt ist, die sich zwischen Bahnhof und Hauptpost zu einer zweispurigen Verkehrsader mit einem breiten Mittelstreifen inklusive Palmen, verbreitert. In diesem Stadtteil befand sich auch unser Hotel und ihr findet dort  außerdem auch ein paar moderne Boutiquen und Restaurants.

Weiter geht es dann im nächsten Beitrag mit der zweiten Königsstadt: Méknes.

Weitere Abschnitte unserer Rundreise Marokko:

(Sobald die Beiträge erschienen sind, werde ich sie hier auch verlinken.)

Falls ihr noch Fragen zu unserer Reise oder einem Detail der Reise habt, fragt gerne in den Kommentaren nach oder schreibt mir eine Mail an info@rassambla.de.

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1 Comment

  • Reply
    Victoria Robert
    04/14/2015 at 16:07

    Der Zufall führte mich auf Deinem Blog. Diese gefällt mir sehr gut 🙂
    Vielen Dank für den tollen Artikel und die schönen Fotos, macht richtig Lust auf einen Marokko Urlaub

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