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Surfen auf Fuerteventura – Happiness included

Ach, wie schnell die Zeit vergeht. Es ist schon wieder einen Monat her, dass ich zuletzt auf dem Brett stand, das für mich jetzt die Welt bedeutet. Ja, ich weiß … melodramatisch, aber irgendwie muss ich eure Aufmerksamkeit ja bekommen. 🙂  Anfang Oktober waren mein Freund und ich für zwei Wochen zum Surfen auf Fuerteventura und ein wenig trauere ich der Insel und der guten Zeit dort immer noch hinterher. Ich hatte zwei fantastische Wochen dort und möchte euch heute davon berichten. 

Fuerteventura wird nicht umsonst das kleine Hawaii Europas genannt und ist das europäische Paradies für Surfer und die, die es lernen wollen. Die zweitgrößte Insel der Kanaren punktet mit kristallklarem Wasser, schönen Stränden, konstanten Swells und einem ganzjährig milden Klima. All diese Punkte sprachen eindeutig für einen  Flug auf die Kanaren, als wir überlegten, wohin uns unser nächster Surfurlaub führen soll.

Es wird Zeit für das nächste Level

Unser letzter Urlaub auf Sri Lanka (über den ich eigentlich schon lange bloggen wollte … ich werde es noch tun … versprochen!), hatte es gezeigt: Seit wir vor drei Jahren das Surfen für uns entdeckt hatten, kamen wir nur in Tippelschritten voran. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen müssten wir einfach häufiger Surfen gehen. Ja, ich weiß … Hallo Captain Obvious! Aber da wir in Köln wohnen, ist dieser Punkt nicht ganz einfach zu erfüllen, weil es hier kein Meer und keine Wellen gibt. Wir müssen unseren Surfurlauben eine höhere Prio geben. Das klingt so einfach, aber ist es leider nicht. Häufig kommt das Leben dazwischen.

Der zweite Punkt ist, dass wir bisher immer nur eine Woche im Surfcamp waren. Viel zu wenig Zeit, um wirklich dazu zu lernen. Die ersten zwei bis drei Tage verbringt man eigentlich damit anzukommen und wieder auf das Level zu kommen, bei dem man zuvor bereits einmal war. An den Tagen vier und fünf, kommt man vielleicht etwas voran. Vielleicht auch nicht. Je nach Bedingungen und eigener Fitness.

Fuerteventura – Surfers Paradise?!

Daher entschieden wir uns, dass wir das nächste Mal zwei Wochen Surfen einplanen. Ende September / Anfang Oktober schien ein guter Zeitpunkt für diese zwei Wochen zu sein. Unsere Bedingungen: Nicht zu weit weg (also Europa oder Nordafrika) und warme Temperaturen. Da wir bereits zweimal in Marokko waren, nahmen wir die Kanaren in den Fokus. Ich hatte schon so viele andere Surfer über die Steininsel schwärmen hören: Sonnengarantie, super Wellen und entspannte Atmosphäre – das klang gut für uns.

Surf Institute auf Fuerteventura

Bei meiner Recherche nach Surfcamps auf Fuerteventura stolperte ich immer wieder über das Surf Institute von Pat und Dave und blieb schließlich daran hängen. Die Unterkünfte sahen gut aus und es klang auch alles sehr passend für unsere Vorstellungen. Also buchte ich –  und wir wurden nicht enttäuscht! Bereits der nette Kontakt bei und nach der Buchung per Mail war für mich sehr positiv und ein gutes Zeichen. Ich hatte schon vorab das Gefühl, dass da wirklich jemand ist, der sich darum kümmern wollte, dass bei uns alles gut ist.

Anders als in anderen Surfcamps hat das Surf Institute kein eigenes Haus, aber mehrere Unterkünfte, in denen Zimmer angemietet werden können. Wir buchten das Beach House direkt in Corralejo. Dort waren weitere Leute untergebracht, die mit uns den Kurs belegten. Aber auch Surfer von anderen Surfschulen, oder die einfach so zum Surfen auf Fuerte waren. Eine bunte, aber nette Mischung. Die Orga der Kurse, sonstiger Aktivitäten usw. erfolgte vor Ort über eine WhatsApp-Gruppe. Ich fand das sehr angenehm, weil ich mich immer informiert fühlte. Zusätzlich hatten wir die Möglichkeit uns mit den anderen aus dem Camp auszutauschen und uns für ein gemeinsames Abendessen in der Stadt zu verabreden.

Beachhouse: La Cometa in Corralejo

Kurz noch zum Beach House: La Cometa – Surfhouse Fuerteventura. Das Haus bietet mehrere Doppelzimmer, aber auch Dorms. Private Badezimmer gibt es nicht, aber es waren genügend Bäder im Haus verteilt, so dass es selten ein Problem war. Was mir besonders gefielt: Unser Zimmer hatte einen eigenen Balkon mit Meerblick. Den Großteil unserer freien Zeit verbrachten wir allerdings in den Gemeinschaftsbereichen unten im Garten. Ein großer gemütlicher Lounge-Bereich bietet genügend Platz und sogar einen Grill, den wir zweimal für ein leckeres gemeinschaftliches Abendessen nutzten.

Frontansicht von La Cometa

La Cometa liegt direkt in Corralejo, nur wenige Minuten zu Fuß von der geschäftigen Innenstadt. Shopping, Abendessen und Drinks waren damit kein Problem. Hier hatten wir definitiv genug Auswahl. Corralejo selbst war mir fast etwas zu touristisch. Aber: Da Pat und Dave eine Liste an guten Restaurants und Läden anboten und wir uns auf deren Empfehlungen die Empfehlungen der anderen Surfer verließen, wussten wir schnell wohin wir gehen konnten, um lecker und entspannt zu essen und zu trinken. So konnten wir die Pauschaltouristen gut ausblenden. Und hier gab es natürlich auch einige Surfshops, die wir mehr als einmal aufsuchten. 🙂

Surfkurse beim Surf Institute

Für die Kurse wurden wir jeden Tag direkt am Haus eingesammelt und zum gemeinsamen Treffpunkt in Lajares gefahren. Dort trafen wir uns mit den Leuten aus den anderen Unterkünften. Wer wollte konnte sich dort noch einen kleinen Kaffee und ein Frühstück to go holen und dann ging es los zu den Surfspots. Die Gruppen wurden täglich neu nach Können und den Bedingungen eingeteilt. Das fand ich sehr positiv, weil dadurch jeden Tag neu auf uns eingegangen wurde. Außerdem auch besonders wichtig: Kleine Gruppen. In der Zeit, in der ich vor Ort war, kamen nie mehr als fünf Personen auf einen Surflehrer. Das mag manchen vielleicht wie Luxus vorkommen, im Vergleich zu anderen Surfcamps. Ich fand es großartig und bin sehr froh darüber.

Ich seh zwar etwas durch den Wind aus, aber ich stehe 😉 © Michelle Mattern

An dieser Stelle auch vielen Dank an Pat und Dave – ich bin sehr froh, dass euch die gute und enge Betreuung eurer Schüler so wichtig ist. Nachdem mein Freund und ich bereits mehrere Surfkurse besucht hatten und wir beide auch den Wunsch hatten wirklich etwas dazu zu lernen und Fortschritte zu machen, war diese Art der individuellen und persönlichen Betreuung Gold wert. Vor allem auch an meinem typischen Tief am dritten Tag, wenn ich immer das Gefühl habe, alles hinwerfen zu wollen. Hier war es das erste Mal so, dass ich mich auch wirklich verstanden fühlte.

My place for happiness

Direkt vom ersten Tag an merkte ich, dass der Slogan „Our service is happiness“ nicht nur ein Spruch ist, sondern im Surf Institute wirklich gelebt wird. Ich habe mich nach nur einem Tag wie zuhause und angekommen gefühlt. Dazu trug aber sicher auch die Gruppe an Leuten bei, die zu diesem Zeitpunkt auch gebucht hatten. Wir hatten sehr viel Spaß und verbrachten sehr viele entspannte und lustige Tage und Abende. Ich finde es immer ein gutes Zeichen, wenn man sich mit den anderen im Camp gut versteht. So macht der Urlaub gleich noch viel mehr Spaß.

Schließlich kommt auch noch dazu, dass während der Zeit unseres Urlaubs im Surf Institute auch Yoga angeboten wurde. Dies ist sonst nicht immer der Fall. (Falls ihr wissen wollt, wann Yoga möglich ist, checkt einfach hin und wieder die Social Media Kanäle des Surf Institute.) Die zauberhafte Nadine von Naruco Yoga bot fast täglich Yoga an, für alle die Lust darauf hatten – was ich dankbar annahm und mir definitiv sehr gut tat. Es war wundervoll sich nach dem Surfen zu dehnen und den Kopf frei zu machen. Vor allem nach einer weniger guten Surf-Session, wenn mein Kopf sonst immer anfängt Runden zu drehen und alles zu analysieren.

„Garten“ des Surfhouse in Lajares – hier fanden häufig unsere Yogakurse statt.

Alles in allem konnte ich schon lange nicht mehr so gut in einem Urlaub abschalten. Nach Hause kommen fühlte sich schon lange nicht mehr so merkwürdig und fremd an. Zudem habe ich zum ersten Mal das Gefühl wirklich Fortschritte beim Surfen gemacht und etwas gelernt zu haben. Ich fühlte mich Tag für Tag sicherer im Wasser und freue mich schon unendlich auf unseren nächsten Surftrip!

Last but not least hat mich die Insel selbst auch fasziniert. Obwohl die Insel recht karg ist, hat sie ihren ganz eigenen Charme zu bieten. Auf Fuerteventura habe ich mich rundum wohl gefühlt. Ein echter Urlaub für Leib und Seele. Ich bin mir sicher, dass das nicht unser letztes Mal auf der Vulkaninsel und vor allem auch nicht das letzte Mal bei Pat und Dave vom Surf Institute.

Mehr Infos ?!

Ich könnte hier noch so viel mehr erzählen, aber will euch erstmal auch nicht langweilen. Wenn ihr noch mehr über das Surf Institute erfahren wollt, schaut euch doch mal auf der Website oder der Facebook Page um. Alternativ, schreibt mir gerne in die Kommentare, ob ihr Interesse an einem Interview mit Pat und Dave habt. Ich spiele sowieso schon mit dem Gedanken an ein Follow-Up zu diesem Artikel. Wenn ihr also Fragen für einen potentiellen weiteren Beitrag bzw. ein Interview habt, packt sie mir gerne in die Kommentare. Ich würde mich freuen!

Erstmal nach Ankunft den Surfspot abchecken. Nach zwei Wochen fast wie ein Pro :-p

Titelbild: © Michelle Mattern

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